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Presseaussendung am 17. Dezember 2021

Hohe Kinderkosten erfordern sofortige Einführung einer Unterhaltssicherung


Österreichische Plattform für Alleinerziehende begrüßt die langgeforderte Kinderkostenanalyse. Erforderlich ist jetzt die schnelle Umsetzung aller geplanten Maßnahmen, die Kinderarmut effektiv bekämpfen, allen voran die Unterhaltssicherung. DOWNLOAD


Wien, 17.12.2021: Die aktuelle Kinderkostenanalyse zeigt sehr deutlich, wie dringend notwendig die Umsetzung der geplanten Reformen zur Armutsbekämpfung von Kindern in Alleinerziehenden Familien ist. Die Absicherung des Unterhaltes ist dabei ein wesentlicher Baustein um die hohe Armutsgefährdung von 31%  bei Kindern von Alleinerziehenden zu bekämpfen. Mittlere monatliche Kinderkosten von 900 Euro pro Kind zeigen die enorme finanzielle Belastung, die auf den Familien liegt. Fehlt der Unterhalt, hat das unmittelbare Auswirkung auf die Lebensqualität der Kinder. „Wir freuen uns, dass mit der aktuellen Kinderkostenanalyse nun endlich die von uns so lange geforderten Zahlen vorliegen. Sie bestätigen das, was wir tagtäglich in unserer Arbeit mit Alleinerziehenden erleben,“ stellt Evelyn Martin, Vorstandsvorsitzende der ÖPA, fest. „Wir richten daher den dringenden Appell an die Politik, schnell zu handeln. Die Unterhaltssicherung als Teil einer fundierten Absicherung gegen Kinderarmut ist eine unserer wichtigsten Forderungen,“ so Martin zum wiederholten Male.

Unterhaltssicherung jetzt
Rund 44 000 Kinder (27%) in Alleinerziehenden Familien haben keinen Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Etwa die Hälfte der Kinder, für die ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht, beziehen nicht mehr als 250 Euro pro Monat. Diese Zahlen zeigen ein deutliches Bild. Für ganzheitliche Sicherungsleistungen ist es aber ebenso notwendig, dass die Unterhaltsicherung bis zum Ende der Ausbildung ausgebaut wird. „Die Lücken beim Kindesunterhalt sind lange bekannt, Regelbedarfsätze müssen angepasst werden. Die Reform dazu steht im aktuellen Regierungsprogramm und muss nun endlich umgesetzt werden,“ fordert Martin eindringlich: „Mindestens ebenso wichtig ist, dass Familien in ihrer Vielfältigkeit nun endlich bei allen politischen Maßnahmen gleichwertig anerkannt und wertgeschätzt werden. Diese Forderung steht schon sehr lange auf unserer politischen Agenda.“


Breiter Diskurs gegen Kinderarmut notwendig
„Besonders große Hoffnung zur Senkung der Kinderarmut setzen wir auch auf die Konzepte und Pläne die zur EU Kindergarantie erstellt werden“, erklärt Martin: „Maßnahmen um Kindern in Österreich ein gutes Leben zu ermöglichen und die Corona-Krise abzufedern, müssen langfristig angelegt sein.“ Dazu braucht es auch eine wertschätzende Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit und eine weitere Anerkennung der Kinder. Erst dadurch können Unterstützungsmaßnahmen und die Gleichstellung der Familienformen gesichert werden. Eine ernst gemeinte Familienpolitik muss neben Transferleistungen, die langfristige Resilienz von Familien in den Mittelpunkt stellen. Weitere Forderungen zur Abfederung der Kinderkosten sind:
•    Ausbau der Frühen Hilfen und psychosoziale Beratung
•    Dauerhafte und spürbare Erhöhung der Familienbeihilfe
•    Aufwertung der frauendominierten Berufe
•    Ausbau der Kinderbetreuung
•    Ausbau der Förder- und Bildungsangebote für Kinder
•    Negativwirkung der Steuerleistung Familienbonus Plus ausbauen
•    Eltern-Kind-Kuren
•    Ausbau der therapeutischen Hilfen für Familien


Fakten:
2020 gab es in Österreich 162 000 Alleinerziehende  davon waren 88,2, % Mütter und 11,8% Väter. Sie hatten die Sorgepflicht für etwa 238 100 Kinder unter 25 Jahren.
45% der Alleinerziehenden sind von Armut oder Ausgrenzung betroffen.

Kinderkostenanalyse: www.sozialministerium.at/Services/News-und-Events/kinderkosten.html
Unterhaltsbefragung Statistik Austria: https://www.statistik.at/web_de/presse/126801.html

Regelbedarf: http://www.jugendwohlfahrt.at/rs_regelbedarf.php

Jahre    00-03 Jahre     03-06 Jahre     06-10 Jahre     10-15 Jahre     15-19 Jahre     19-28 Jahre
2021/22    219    282    362    414    488    611
2020/21    213    274    352    402    474    594

Zur Organisation:
Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) setzt sich seit mehr als 30 Jahren zum Ziel, dass alleinerziehende Eltern und ihre Kindern allen anderen Familien rechtlich und sozial gleichgestellt werden. Ihre besondere Aufmerksamkeit gehört Familien, die ihren Lebensunterhalt nur schwer finanzieren können und daher die Unterstützung der Gesellschaft brauchen.
Kontakt:
Doris Pettighofer, BA
Ltg. der Geschäftsstelle
Mobil: +43 0676 9670908  
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Österreichische Plattform für Alleinerziehende
Türkenstraße 3/3
1090 Wien
Tel.: 01/ 890 3 890
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www.oepa.or.at

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