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Presseaussendung am 16. März 2021

Pandemie verlangt dringende familienpolitische Kurskorrektur zur nachhaltigen Stärkung der Familien
UTL.: Anlässlich des ersten Lockdown vor einem Jahr fordert die Österreichische Plattform für Alleinerziehende das Bekenntnis der Regierung zur gleichwertigen Anerkennung aller Familienformen.  
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Wien, 16.03.2021: Trotz einer überdurchschnittlichen Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung von Alleinerziehenden von 46%, wird in den Corona-Maßnahmen ihre Benachteiligung deutlich sichtbar. „Die Empörung bei den Eltern ist groß, dass sie aufgrund der Familienform von Hilfsfonds und Unterstützungen wie Härtefonds, Familienbonus, Steuersenkung ausgegrenzt werden oder deren Höhe gemindert wird. Sie brauchen Auszahlungsrichtlinien die sie als Familien anerkennt und keine Almosen.“ ärgert sich Evelyn Martin, Vorstandsvorsitzende der ÖPA. „Alleinerziehende und Trennungsfamilien sind Familien. Es ist dringend notwendig, hier familienpolitische Fehler zu korrigieren.“ fordert Martin. „Es darf einfach nicht passieren, dass Menschen durch eine Familiengründung so zahlreich in die Armut abrutschen.“

 

Gleichstellung der Geschlechter fördern
Lange Kinderbetreuungszeiten, geringere Einkommen durch Karriereverzicht, Teilzeitarbeit, sowie schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern die finanzielle Benachteiligung von Frauen und in Folge von Alleinerzieher*innen und ihren Kindern. „Starke Signale und Anreize sind nötig, um die gerechte Aufteilung von Care- und Erwerbsarbeit bereits in Paarfamilien voranzutreiben“ fordert die Vorsitzende der ÖPA. „Hier sind es vor allem individuelle Maßnahmen die auf finanzielle Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit von Frauen abzielen, die vor Armut nach einer Trennung schützen.“

 

Sozialinvestive Maßnahmen schützen Kinder

 

Maßnahmen um Kindern in Österreich ein gutes Leben zu ermöglichen und die Corona-Krise abzufedern, müssen langfristig angelegt sein. Wir fordern nachhaltige Unterstützungsmaßnahmen und die Gleichstellung der Familienformen statt Almosen. Ein ernst gemeintes Familienpaket muss neben Transferleistungen, evidenzbasiert die langfristige Resilienz von Familien in den Mittelpunkt stellen. Forderungen zur Abfederung der Krise sind:
•    Ausbau der Frühen Hilfen und psychosoziale Beratung
•    Aufwertung der frauendominierten Berufe
•    Ausbau der Kinderbetreuung
•    Ausbau Förder- und Bildungsangebote für Kinder
•    Familienbonus als Individualleistung
•    Dauerhafte und spürbare Erhöhung der Familienbeihilfe
•    Eltern-Kind-Kuren
•    Ausbau der therapeutischen Hilfen für Familien


Fakten:
2019 gab es in Österreich 167 800 Alleinerziehende davon waren 91,4% Mütter und 8,6% Väter. Sie hatten die Sorgepflicht für etwa 246 000 Kinder unter 25 Jahren, davon waren wiederum ca. 40 000 Kinder noch nicht in der Schule[3]. 47% der Alleinerziehenden sind von Armut und/oder Ausgrenzung betroffen.[4]
Die Arbeitslosigkeit der Arbeitnehmerinnen ist mit einem Plus von 34 Prozent deutlich stärker angestiegen als die der Männer (plus 22 Prozent, jeweils inklusive SchulungsteilnehmerInnen).[5]

Zur Organisation:
Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) setzt sich seit mehr als 30 Jahren zum Ziel, dass alleinerziehende Eltern und ihre Kindern allen anderen Familien rechtlich und sozial gleichgestellt werden. Ihre besondere Aufmerksamkeit gehört Familien, die ihren Lebensunterhalt nur schwer finanzieren können und daher die Unterstützung der Gesellschaft brauchen.

[1]Statistik Austria (2020):Ein-Eltern-Familien mit erhaltenen Kindern unter 25 Jahren nach soziodemographischen Merkmalen - Jahresdurchschnitt 2019
[1] Statistik Austria (2020):Armutsgefährdung vor und nach sozialen Transfers nach soziodemographischen Merkmalen 2019,

Kontakt
Doris Pettighofer, BA
Ltg. der Geschäftsstelle
Mobil: +43 0676 9670908  
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Österreichische Plattform für Alleinerziehende
Türkenstraße 3/3
1090 Wien
Tel.: 01/ 890 3 890
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www.oepa.or.at

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