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Internationaler Tag der Familie - Existenzsicherung

Zum internationalen Tag der Familie weist die Österreichische Plattform für Alleinerziehende darauf hin, dass viele Ein-Eltern-Familien sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht fühlen und es einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene staatliche Unterstützung braucht. Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende wird sich auch nach dem Tag der Familie weiterhin dafür einsetzen, dass Ein-Eltern-Familien als gleichwertige Familienform anerkannt und als solche gleichwertige Förderungen erhalten.

 

Existenzsicherung für Ein-Eltern-Familien
„Aus früheren Krisen wissen wir bereits, dass dann oft die Verteilung noch ungleicher wird, als sie vor der Krise gewesen ist. Das ist auch etwas, das durch politische Maßnahmen hintangehalten werden kann.“ Armutsforscherin Univ. Prof. Karin Heitzmann
Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass aus der Corona-Gesundheitskrise keine soziale Krise wird. Ein starker Sozialstaat rettet die Wirtschaft. Staaten mit einem guten Gesundheits- und Sozialsystem kommen wesentlich besser durch die Krise, als Länder mit geringer sozialstaatlicher Infrastruktur. Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, eine Sozialpolitik zu machen, die Menschen dauerhaft auffängt und die Gesellschaft in der Mitte hält.

Spezielle Herausforderungen für Alleinerziehende:
246 200 zu erhaltende Kinder unter 25 Jahren leben in Ein-Eltern-Haushalten . 37% der Alleinerziehenden-Haushalte sind von Armut betroffen . Derzeit sind Alleinerziehende und deren Kinder noch mehr bedroht finanziell und verbunden häufig auch psychisch zu kollabieren. Kinderarmut wirkt nach – darum Armut verhindern und Kindern langfristige Perspektiven bieten.

Großer Teil des Einkommens bricht weg
Das Haushaltseinkommen von Ein-Eltern-Familien setzt sich oftmals aus mehreren Einkommen zusammen. Zum Teil brechen im Moment mehrere Einkommensquellen weg. Finanzielle Unterstützungsmaßnahmen sind häufig auf Paarfamilien abgezielt, wodurch getrenntlebende Familien zusätzlich benachteiligt werden und weniger Ansprüche haben.


Jobverlust – Kurzarbeit
Personen, deren Einkommen gerade so gereicht hat, können durch Kurzarbeit oder Arbeitslosengeld ihre laufenden Kosten nicht mehr finanzieren. Die Möglichkeiten, über Gelegenheitsjobs und geringfügige Tätigkeiten das Einkommen aufzubessern, fallen weg. Anstellungszusagen werden zurückgenommen, wodurch Menschen unerwartet in Notstandshilfe und/oder Mindestsicherung gedrängt werden.


Unterhalt bricht weg
Unterhaltspflichtige, deren Einkommen sinkt, können ihrer Unterhaltspflicht kaum oder nicht mehr nachkommen. Unterhaltspflichtige haben keinen Anspruch auf den Corona-Familienhärteausgleichsfond. Das benachteiligt getrenntlebende Elternteile und deren Kinder gegenüber Paarfamilien.
Der vereinfachte Unterhaltsvorschuss greift nur bei Familien mit Unterhaltstitel. Familien mit privaten Unterhaltsvereinbarungen können ihn nicht beantragen. Der Unterhaltsvorschuss muss, entgegen dem Familienhärteausgleichsfond, zurückgezahlt werden.


Sozialhilfe/Mindestsicherung ist letzte Option
Wer Sozialhilfe oder Mindestsicherung beantragt, muss seine finanziellen Reserven bis auf rund € 5.500,- verbrauchen. Dies hält viele Menschen davon ab, eine solche Hilfe beantragen. Rücklagen helfen Familien jedoch dabei, sich in der Mitte der Gesellschaft zu halten. Werden diese Sicherheiten verbraucht, ist der Schritt in langfristige Armut ein sehr kleiner.


FORDERUNGEN und Unterstützung von Forderungen
Unbürokratische und schnelle finanzielle Hilfe
Hilfe für Familien, die sich am Notwendigen orientiert. Existenziell ist ein unbürokratischer und schneller Zugang. Die Hilfen müssen langfristig und über den Shutdown hinaus wirksam sein, um dessen Nachwirkungen abzufedern.
•    Ausdehnung des vereinfachten Unterhaltsvorschussantrages bis mindestens Ende 2020
•    Öffnung der Richtlinien zum Familienhärteausgleichsfond
- für getrenntlebende Familien. Unterhaltspflichtige Elternteile müssen Anspruch auf Zahlungen aus dem Familienhärteausgleichsfond haben, um ihren   Unterhaltspflichten nachkommen zu können.
- bei Verlust von geringfügigem Einkommen.
- bei Bezug von Mindestsicherung, um die unverhältnismäßig hohe Mehrfachbelastung von finanziell armen Familien auszugleichen.
- bei Bezug von Sozialhilfen wie Wohnbeihilfe, Studienbeihilfe etc.
•    Zusätzliche finanzielle Förderungen für Beratungs- und Sozialeinrichtungen.
•    Zusätzliche finanzielle Mittel für Hilfsprojekte.
•    Finanzielle Mittel zur Sicherung von Wohnungen wie bspw. zeitweiligen Mietzuschuss.
•    Sicherung der Kinderbetreuung, um Arbeitslosigkeit und damit finanzielle Not zu verhindern.
•    Unterstützung der Forderung der Caritas: Solidaritätsmilliarde für jene Menschen, die jetzt dringend Hilfe brauchen. Damit die Corona-Krise nicht zu einer sozialen Krise wird.
•    Unterstützung der Forderung der Armutskonferenz: Ausweitung der Mindestsicherung
•    Unterstützung der Forderung des katholischen Familienverbandes: Vorübergehende Verdoppelung der Familienbeihilfe, wie vom Katholischen Familienverband gefordert.

Wie geht es nach der Krise weiter?
Die psychische Belastung, Stress und Sorge um die Familie in allen Lebensbereichen, die Alleinerziehende vielfach in Alleinverantwortung stemmen müssen, ist enorm. Um Kinder in diesen Familien zu schützen, braucht es gute Konzepte der Hilfestellungen, die sich mit den Folgen und Auswirkungen der Krise beschäftigen.
Dafür ist es notwendig, getrenntlebende Familien und Alleinerziehende als Familienformen wahrzunehmen und zu behandeln. Es braucht auf ihre Bedürfnisse angepasste Maßnahmen.

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