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Presseaussendung am 2. Juli 2019

Papamonat: Lücken für Alleinerziehende schließen

Wien, 2. Juli 2019 – Mit dem Rechtsanspruch auf den Papamonat wird eine langjährige Forderung der Österreichischen Plattform umgesetzt. Dieser ist ein wichtiger Baustein sowohl für die Eltern-Kind-Bindung als auch für die weitere Gleichstellung der Eltern in der Care Arbeit für ihre Kinder. „Die Erfahrung zeigt uns, dass Familien nach der Trennung ihre gelebten Familienmodelle weiterführen. Sind beide Elternteile von Anfang an in die Kindererziehung mit eingebunden, hat das viele positive Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung nach der Trennung“, so Evelyn Martin, Vorsitzende der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende. Dieser Rechtsanspruch braucht jetzt aber noch einige nachgestellte Verbesserungen, damit er für alle Familien in einem großen Maße lebbar wird und somit die gewünschten gesellschaftlichen Veränderungen nach sich ziehen kann.

Was brauchen Alleinerziehende
Die Herausforderung, die die Zeit nach einer Geburt mit sich bringt, stellt sich für Alleinerziehende verstärkt. Das muss in der Gesetzgebung berücksichtigt werden. Der Familienzeitbonus muss den Eltern unabhängig von der Haushaltszugehörigkeit oder Familienform zur Verfügung stehen. „Bereits in der Begutachtung des Familienzeitbonusgesetzes vor 3 Jahren haben wir gefordert, dass Väter auch bei getrennten Haushalten den Papamonat in Anspruch nehmen können“ so Martin weiter. Wünschenswert wäre auch die Ausdehnung des Personenkreises für die Inanspruchnahme der Freistellung wenn ein Elternteil längerfristig verhindert ist, ähnlich wie bei der Pflegefreistellung.“

Zur Organisation: 2018 lebten in Österreich 168 700 Alleinerziehende davon waren 90% Mütter und 10% Väter. Sie hatten die Sorgepflicht für ca. 251 000 Kinder unter 25 Jahren, davon waren wiederum ca. 20 000 Kinder unter drei Jahre alt. Ihre Armutsgefährdung liegt lt. EU-Silc bei 37%, ihre Armuts-und/oder Ausgrenzungsgefährdung bei 44%.

Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) setzt sich seit mehr als 30 Jahren als unabhängige politische Interessenvertretung bundesweit auf politischer und gesellschaftlicher Ebene für Ein-Eltern-Familien ein. Die ÖPA ist Mitglied im Familienpolitischen Beirat des Bundeskanzleramtes für Frauen, Familie und Jugend und Gründungsmitglied von European Network of Single Parent Families (ENoS).

Presseaussendung

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