Inhalt

Presseaussendung vom 5. Juni 2018

Mindestsicherung Neu - Alleinerziehende zahlen wieder drauf
Kürzungen in der Mindestsicherung stürzt Alleinerziehende in die Armut


Wien, 05.06.2018: „64% aller Alleinerziehenden-Familien werden mit dem geplanten Modell der neuen Mindestsicherung noch tiefer in die Armut gedrängt,“ sagt Evelyn Martin – Stv. Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende. Die Kürzungen treffen Alleinerziehende in Wien, Tirol, Vorarlberg und Salzburg schon ab dem 1. Kind. Fast alle verlieren in der Mindestsicherung Neu. „Die angebliche Besserstellung von Alleinerziehenden bedeutet in den meisten Fällen, dass bei ihnen etwas weniger hart gekürzt wird als bei anderen. Das Ziel, die hohe Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung bei Alleinerziehenden zu senken, wird in hohem Bogen verfehlt.“, stellt Evelyn Martin, Stv. Vorstandsvorsitzende der ÖPA fest.


Kinder verlieren am stärksten
 „Kürzungen der Mindestsicherung heißt Armut für viele Menschen, vor allem Familien mit Kindern in Österreich,“ stellt Evelyn Martin klar. Die neue Berechnung der Mindestsicherung bedeutet, dass 152.242 Eltern und Kinder in absolute Armut rutschen. Viele davon sind Alleinerziehenden-Familien. Größtenteils trifft es österreichische Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, jedoch werden geflüchtete Menschen und subsidiäre Schutzberechtigte besonders getroffen. „Menschen die Existenzgrundlage zu entziehen ist unmenschlich und sozial gefährlich,“ stellt die Österreichische Plattform für Alleinerziehende klar. „Kinder sind Kinder, egal woher sie kommen. Sie brauchen Wohnraum, Essen, Bildung, Kleidung und vieles mehr. Das kostet Geld. Kinder dafür zu bestrafen, dass ihre Eltern sie vor Krieg, Hunger und Gewalt schützen wollten, ist zynisch.“


Drei oder mehr Kinder? Pech gehabt!
„Alleinerziehenden-Familien mit mehr als drei Kindern wird die Existenzgrundlage völlig entzogen,“ ist Evelyn Martin alarmiert. Entgegen der bisherigen Berichterstattung bedeutet die Mindestsicherung Neu auch Kürzungen für Alleinerziehende. Es gibt 4.626 Alleinerziehenden-Haushalte (17%) mit mehr als drei Kindern, die BMS beziehen. Darin enthalten sind 12.213 Kinder, die ohnehin schon völlig am Limit leben. Sie verlieren am stärksten. Kürzungen aufgrund der Familiengröße verschärft die Armut dieser Familien, zumal sie schon jetzt die höchste Armutsgefährdung haben. „Kinderarmut wird aktiv gefördert, anstatt sie zu bekämpfen“ so Martin, „das ist eine traurige Nachricht für Österreich und unserem Land nicht würdig.“

Kinderarmut senken
„Kindern Lebensqualität zu schenken, muss immer oberstes Ziel der Familienpolitik sein. Die Unterhaltssicherung für Kinder von Alleinerziehenden ist dafür ein wichtiger Baustein,“ mahnt Evelyn Martin. Zu Vorwahlzeiten hatten sich alle parlamentarisch vertretenen Parteien für eine solche Unterhaltssicherung ausgesprochen, passiert ist leider nichts. Kinder haben ein Recht auf Unterhalt von beiden Elternteilen, trägt ein Elternteil zu wenig oder gar nichts bei braucht es die Unterhaltssicherung. Diese muss in Höhe der Regelbedarfssätze und in der Dauer gekoppelt an die Familienbeihilfe sein. „Wir brauchen finanzielle Sicherheit für Alleinerziehende abseits der Mindestsicherung. Die versprochene Unterhaltssicherung würde Kinder von Alleinerziehenden finanziell absichern, bevor sie in Armut landen,“ fordert Evelyn Martin, Stv. Vorstandsvorsitzende der ÖPA.

Zur Organisation
Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) setzt sich seit mehr als 30 Jahren als unabhängige politische Interessenvertretung bundesweit auf politischer und gesellschaftlicher Ebene für Ein-Eltern-Familien ein. Die ÖPA ist Mitglied im Familienpolitischen Beirat des Bundesministeriums für Familie und Jugend und Gründungsmitglied von European Network of Single Parent Families (ENoS).

Kontakt
DSA Jana Zuckerhut
Inhaltliche Leitung
Mobil: +43 650 622 36 06
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Österreichische Plattform für Alleinerziehende
Türkenstraße 3/3
1090 Wien
Tel.: 01/ 890 3 890
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.oepa.or.at

Diese Webseite verwendet Cookies um das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Benützung dieser Website stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.