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Presseaussendung vom 27. September 2017

Alleinerziehende begrüßen Einigung der Parteien auf Unterhaltssicherung

UTL.: Österreichische Plattform für Alleinerziehende fordert die rasche Umsetzung der versprochenen Unterhaltssicherung für alle Kinder


Wien, 27.09.2017 - Bei der Elefantenrunde am Sonntag zur Nationalratswahl 2017 auf Puls4 haben sich die SpitzenkandidatInnen aller Parlamentsparteien dafür ausgesprochen eine Unterhaltssicherung für Kinder von Alleinerziehenden einzuführen. Die Zustimmung aller SpitzenkandidatInnen zu einer Unterhaltssicherung muss genutzt werden, um Worten Taten folgen zu lassen. „Jetzt liegt es an den Parteien zu zeigen, was ihnen diese Kinder wirklich wert sind“, stellt die Vorstandsvorsitzende der ÖPA fest.


Unterhalt für alle Kinder von Alleinerziehenden
 „Wir freuen uns sehr, dass mit der Unterhaltssicherung eine unserer wichtigsten Forderungen in greifbare Nähe gerückt ist“, stellt Gabriele Fischer, Vorstandsvorsitzende der ÖPA fest und weiter: „Es wird ein großer Tag für sehr viele Kinder von Alleinerziehenden sein, wenn die Unterhaltssicherung tatsächlich beschlossen wird.“ Ein-Eltern-Haushalte haben mit im Schnitt 40% das größte Risiko für Armut oder Ausgrenzung. Einer der Gründe dafür ist, dass der getrennt lebende Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag nicht leisten kann oder will. Eine Fragebogenumfrage der ÖPA aus dem Jahr 2012 ergab, dass 18% der Kinder von Alleinerziehenden weder Unterhalt noch Unterhaltsvorschuss erhalten. 54% bekommen Unterhalt unterhalb des altersgestaffelten staatlich festgelegten Bedarfs, den so genannten Regelbedarfssätzen.


Kinder kosten Geld
Miete, Lebensmittel, Kleidung u.v.m. müssen bezahlt werden. Eine Hochrechnung von Univ.-Prof. Reiner Buchegger in der Zeitschrift „Alleinerziehende auf dem Weg“ 02/2017 braucht ein Ein-Elternhaushalt mit Kind im Schnitt 8.600€ pro Jahr mehr an Einnahmen, um den gleichen Wohlstand zu haben wie ein Single-Haushalt. „Wenn beim Familieneinkommen der Beitrag eines Elternteils zum Unterhalt fehlt, leiden die Kinder darunter“, betont Fischer und stellt fest: “Es ist traurig und Österreichs nicht würdig, wenn Kinder beispielsweise in einer unbeheizten Wohnung den Winter verbringen müssen, weil der Unterhalt nicht gesichert ist.“ Gerade bei armen Familien fließt der Unterhalt direkt in eine bessere Lebensqualität der Familie ein und kommt damit zu 100% dem Kindeswohl zugute. „Eine Unterhaltssicherung wäre ein Meilenstein in der Armutsprävention und stärkt das Zukunftspotential und die gesellschaftliche Partizipation dieser Kinder, “ so Fischer.

 

Servicekasten
Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung
Personen in Ein-Eltern-Haushalten haben ein deutlich höheres Risiko von Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung (40%) als die Bevölkerung insgesamt. Nach Haushaltstyp betrachtet sind Ein-Eltern-Haushalte als hauptsächliche Risikogruppe anzusehen. (Armut und soziale Eingliederung 2016. Ergebnisse aus EU-SILC 2015 & 2016. Dr. Konrad Pesendorfer. www.statistik.at). Im Jahr 2016 gab es 179.600 Ein-Eltern-Haushalte mit zu erhaltenden Kindern unter 25 Jahren, davon: 160.200 Mütter und 19.700 Väter bzw. 112.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 15 Jahren (Statistik Austria, 2016).
356.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren sind armuts- und ausgrenzungsgefährdet, das ist ca. jede/r fünfte. 289.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren, das heißt 16 %, gelten als armutsgefährdet. (https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/7/0/0/CH3434/CMS1493709119968/tabellenband_eu-silc_2016.pdf). Aus Mangel an einer zeitgemäßen repräsentativen Kinderkostenstudie hat Univ. Prof. i.R. Reiner Buchegger in der Ausgabe 02/2017 von „Alleinerziehende auf dem Weg“ im Leitartikel „Kinder kosten Geld – doch wie viel?“ eine Hochrechnung angestellt. Über wie viel Einkommen müsste ein Ein-Eltern-Haushalt mit Kind verfügen, um denselben Wohlstand zu haben, wie ein Haushalt ohne Kind. Die Antwort ist im Schnitt 8.600€ pro Jahr oder 480€ pro Monat.
http://www.alleinerziehende.org/images/downloads/journal/WEG-2_2017_web.pdf

 

Zur Organisation
Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) setzt sich seit 30 Jahren als unabhängige politische Interessenvertretung bundesweit auf politischer und gesellschaftlicher Ebene für Ein-Eltern-Familien ein.
Die ÖPA ist Mitglied im Familienpolitischen Beirat des Bundesministeriums für Familie und Jugend und Gründungsmitglied von European Network of Single Parent Families (ENoS).
 
Kontakt
Jana Zuckerhut DSA
Inhaltliche Leitung
Mobil: +43 650 622 36 06
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Österreichische Plattform für Alleinerziehende
Türkenstraße 3/3. Stock
1090 Wien
Tel.: 01/ 890 3 890
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www.oepa.or.at

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