Inhalt

Presseaussendung vom 18.02.2015

Alleinerziehende fordern Maßnahmenpaket gegen Kinderarmut
Wien, 18. Feb. 2015 - Anlässlich der nächste Woche stattfindenden Armutskonferenz in Salzburg weist die Österreichische Plattform für Alleinerziehende erneut auf die hohe Armutsgefährdung bei Kindern in Ein-Eltern-Familien hin. Laut EU-SILC liegt diese bei 17% und trifft somit 300.000 junge Menschen bis 19 Jahre. In Armut aufwachsen bedeutet für Kinder einen Mangel vor allem in den Bereichen existenzielle Grundlagen, Bildung und Gesundheit. Kinderarmut ist für jedes betroffene Kind aber auch für die Gesellschaft mit hohen Folgekosten verbunden. Für gerechte Teilhabechancen müssen Kinderarmutskonzepte anhand zukunftsbeeinflussender Faktoren erstellt und Steuerungsmaßnahmen danach aufgerichtet werden.

Bildungszugang sichern
Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Weiterentwicklung unseres Schulsystems zu einem integrierenden Bildungssystem, das nach den Stärken der Kinder ausgerichtet ist und nicht nach den finanziellen Hintergründen der Familie. „Es ist ein echtes Armutszeugnis für Österreich, so zu tun, als hätte in unserem Schulsystem jeder die gleichen Chancen. Expertenmeinungen dazu zu ignorieren, zeugt von politischer Kleinkrämerei. Kinder dürfen nicht anhand ihrer Herkunft bereits mit 10 Jahren von guter Bildung systematisch ausgeschlossen, sondern müssen nach ihren Stärken und Fähigkeiten gefördert werden.“ fordert Regina Schlacht, Vorsitzende der ÖPA.

Professionelle Unterstützung
Maßgeblichen Einfluss auf die Lebenssituationen von armutsgefährdeten Kindern haben Unterstützungsangebote durch Kindergärten, Schulen und soziale Beratungsstellen. Diese müssen dringend weiter ausgebaut und die für einen ordentlichen Betrieb benötigten Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. „Kinder sind das schwächste Glied in unserer Gesellschaft und brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit. Investitionen gegen Kinderarmut sind letztendlich Investitionen in die Zukunft Österreichs“, mahnt Regina Schlacht.



Kindergrundsicherung
Die ÖPA fordert nach wie vor die Einführung einer Kindergrundsicherung für jedes Kind. Die Höhe muss sich nach den tatsächlichen Kinderkosten richten. „Wir brauchen dringend eine Neuberechnung der Kinderkosten, um zu sehen, was Kinder tatsächlich kosten. Hier müssen aber auch die indirekten Kinderkosten des Erwerbsentganges mitberechnet werden“, so Regina Schlacht. Die Kindergrundsicherung würde alle Familiengeldleistungen zusammenfassen und gleichberechtigt neben den Sachleistungen für Kinder stehen.

Zur Organisation
Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) setzt sich seit mehr als 25 Jahren als unabhängige Interessenvertretung bundesweit auf politischer und gesellschaftlicher Ebene für Ein-Eltern-Familien ein.

Die ÖPA ist Mitglied im Familienpolitischen Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend und Gründungsmitglied von European Network of Single Parent Families (ENoS).

Kontakt
Doris Pettighofer BA
Leitung der Geschäftsstelle
Mobil+43 676 9670908
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Österreichische Plattform
für Alleinerziehende
Türkenstraße 3
1090 Wien

Diese Webseite verwendet Cookies um das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Benützung dieser Website stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
mehr Infos OK, einverstanden