Von 25. - 26. Juni 2010 fand in Brüssel das 9. Treffen von Menschen mit Armutserfahrung statt.
Kindergrundsicherung, bzw. Unterhaltssicherung für alle Kinder gefordert
Mit Beschluss vom
Europäischen Rat am 17. Juni gehört die Verringerung von Armut zu den fünf
Kernzielen der im Rahmen der „Europa 2020“ formulierten zukünftigen Strategie
der Europäischen Union.
Rund 80 Millionen Menschen
leben in Europa unter der Einkommensarmutsgrenze, mindestens 20 Millionen
Menschen sollen gemäß der Zielvorgabe des EU-Rats bis 2020 vor dem Risiko von
Armut und sozialer Ausgrenzung bewahrt werden.
Nur eine Woche nach dem
Europäischen Rat legten an die 200 Betroffene aus ganz Europa beim 9.
Europäischen Treffen von Menschen mit Armutserfahrungen (25./26. Juni,
Europäisches Parlament) einen eigenen Maßnahmenkatalog vor und forderten
sichtbare Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen.
Die im Vorjahr formulierten
zentralen Forderungen wurden bekräftigt, ausdrücklich unterstrichen wurden
dabei die Notwendigkeit der Einführung
einer angemessenen Mindestsicherung für Erwachsene und Kinder in ganz
Europa, dem garantierten Zugang zu Grundrechten
wie Wohnen, Bildung, Gesundheitsversorgung, vor allem aber auch mehr
ernsthafte Anstrengungen im Hinblick auf die Förderung umfassender Teilhabe von Menschen mit
Armutserfahrungen.
Maria Stern, allein
erziehende Mutter von drei Kindern, vertrat die Anliegen der Alleinerziehenden.
Das Armutsrisiko für Kinder
und Jugendliche die in Ein-Eltern-Familien leben, ist doppelt so hoch als in
sog. Vollfamilien. Die Gründe dafür finden sich in gesellschaftlichen
Ungerechtigkeiten: Schlecht verdienende Alleinerzieherinnen, (Stichworte
Einkommensschere, prekäre Tätigkeiten), Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit
von Beruf und Kinderbetreuung, mangelnde oder keine Unterhaltszahlungen vom
getrennten Elternteil, schleppende Unterhaltsverfahren, Lücken im
Unterhaltsvorschussgesetz, kein eigenständiger Anspruch von Kindern auf
Mindestsicherung/Sozialhilfe, Festhalten an der Armutsgrenze, sobald etwas mehr
verdient werden könnte (da dann Beihilfen wegfallen).
Um das Problem der
Kinderarmut zu minimieren, gibt es nur ein Werkzeug: Die Kindergrundsicherung –
als Vision. Als Vorläufer dazu könnte eine Unterhaltssicherung für Kinder von
getrennten Eltern eingeführt werden, damit es nicht mehr 17 % Kinder gibt, die
keinen Unterhalt und keinen Unterhaltsvorschuss erhalten.
Weitere Infos:
Forderungskatalog der ÖPA, www.oepa.or.at