Es
ist der 8. Dezember, 6 Uhr morgens, Barbara A. verlässt das Haus, ihr 3
jähriger Sohn schläft friedlich weiter. Die Oma ist schon gekommen um diesen
Feiertag, an dem Barbara ihrer Arbeit als Verkäuferin nachgeht, mit dem Kleinen
zu verbringen. So wie auch an den vorhergehenden und noch folgenden
Adventsamstagen.
Wie
Barbara A. sind viele allein erziehende Frauen im Handel tätig. Gemeinsam
Advent feiern, einen Museumsbesuch oder Ausflug am Feiertag mit den Kindern zu
machen, ist diesen Beschäftigten aufgrund der Feiertagsöffnung nicht möglich.
„Die Folgen der verlängerten Ladenöffnungszeiten tragen fast
ausschließlich Frauen bzw. Mütter“, sagt die ÖPA-Geschäftsführerin Elisabeth
Wöran. „Sie arbeiten zu über 90 Prozent in den typischen unterbezahlten
Frauenberufen: Verkäuferinnen, Friseurinnen und Reinigungspersonal in
Shoppingcentern. Und wo sollen die Kinder am Abend oder Feiertag hin? Dafür
gibt es keine Infrastruktur, private Kinderbetreuung muss – meist teuer –
zugekauft werden und ist außerdem für die Kinder nachteilig. Mittlerweile ist
der Sonntag der einzige Tag in der Woche, an dem die Familienmitglieder einmal
ohne Zeitdruck gemeinsamen Unternehmungen nachgehen, also gemeinsam freie Zeit
verbringen können.“
Um
der Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags noch mehr Nachdruck zu verleihen, hat
sich die Österreichische Plattform für Alleinerziehendeder Allianz
für den freien Sonntag angeschlossen und ist seit der
Oktober-Vollversammlung 2009 die 55. Mitgliedsorganisation der Sonntagsallianz.